Beamtenkredit: Was Lehrerinnen und Lehrer wirklich davon wissen sollten

Beamtenkredite sind normale Ratenkredite – nur mit besseren Konditionen für dein sicheres Einkommen als Lehrkraft

Schon als Beamtin oder Beamter auf Widerruf profitierst du oft von günstigeren Zinsen als vergleichbare Angestellte

Eine Umschuldung alter, teurer Kredite kann mehrere hundert Euro Zinskosten sparen

Stelle immer eine Konditionsanfrage statt einer Kreditanfrage – das schützt deine SCHUFA

Das Ref ist endlich vorbei – und jetzt darf man auch mal ans Schöne denken. Eine eigene Wohnung, die wirklich zu dir passt. Ein zuverlässiges Auto für den täglichen Weg zur Schule. Oder sogar das Haus für deine wachsende Familie. Für solche Momente lohnt es sich zu wissen, dass du als verbeamtete Lehrkraft bei Krediten strukturell bessergestellt bist als die meisten anderen Menschen in Deutschland – und zwar deutlich. Der Begriff dafür: Beamtenkredit. Was das genau bedeutet, welche Vorteile du konkret hast und worauf du achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

André Möller

Dein Spezialist für angehende Lehrer*innen

Was ist ein Beamtenkredit?

Hinter dem Begriff steckt keine spezielle Kreditart und kein staatliches Sonderprogramm. Ein Beamtenkredit ist im Grunde ein ganz normaler Ratenkredit – mit dem einzigen Unterschied, dass die Person, die ihn aufnimmt, verbeamtet ist. Und genau das macht den Unterschied.

Banken bewerten Beamtinnen und Beamte als besonders sichere Kreditnehmer, weil sie einen nahezu unkündbaren Arbeitsplatz haben und ein geregeltes, planbares Einkommen beziehen. Das Risiko für die Bank, das Geld nicht zurückzubekommen, ist damit deutlich geringer als bei Angestellten in der Privatwirtschaft. Dieses geringere Risiko geben die Banken in Form von Zinsvorteilen weiter – und ermöglichen so eine Finanzierung zu Konditionen, die für andere Berufsgruppen schlicht nicht erreichbar sind.

Manchmal liest man auch den Begriff „Beamtendarlehen" – das ist jedoch etwas anderes und der Vollständigkeit halber kurz erklärt: Beim klassischen Beamtendarlehen handelt es sich um ein sogenanntes endfälliges Darlehen. Das bedeutet, du zahlst über die gesamte Laufzeit keine Monatsraten, sondern nur Zinsen. Die eigentliche Rückzahlung des geliehenen Betrags erfolgt erst am Ende der Laufzeit – finanziert durch eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung, in die du parallel einzahlst. Dieses Modell ist heute weniger verbreitet und deutlich komplexer. Wenn im Alltag von einem Beamtenkredit die Rede ist, meint man in der Regel den einfacheren Ratenkredit, um den es in diesem Artikel geht.

Was hat das mit dir als Lehrkraft zu tun?

Sehr viel – denn der Beamtenkredit richtet sich in erster Linie an verbeamtete oder anderweitig unkündbar angestellte Personen, ausdrücklich auch an Lehrerinnen und Lehrer. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn dein Status hängt davon ab, in welcher Phase deiner Lehrerlaufbahn du gerade bist.

Im Referendariat (Beamtin / Beamter auf Widerruf): Während des Refs bist du zwar technisch verbeamtet, aber nur auf Widerruf. Das bedeutet, das Dienstverhältnis kann jederzeit beendet werden. Für Banken ist diese Situation zu unsicher – ein Kreditantrag wird in dieser Phase in der Regel abgelehnt.

Nach dem Ref (Beamtin / Beamter auf Probe): Sobald du deine erste Stelle angetreten hast, bist du in den meisten Bundesländern zunächst Beamtin oder Beamter auf Probe. Beamtinnen und Beamte auf Probe können grundsätzlich von den günstigen Konditionen profitieren, allerdings können die Zinsen etwas höher ausfallen als für Beamtinnen und Beamte auf Lebenszeit, weil noch nicht feststeht, ob das Beamtenverhältnis dauerhaft bestehen bleibt.

Als verbeamtete Lehrkraft auf Lebenszeit: Das ist die beste Ausgangslage. Hier greift der volle Vorteil des Beamtenstatus und du kannst mit den günstigsten Konditionen rechnen.

Als angestellte Lehrkraft: Du bist nicht verbeamtet, profitierst aber trotzdem von deiner Anstellung im öffentlichen Dienst. Banken bewerten auch Angestellte des öffentlichen Dienstes als überdurchschnittlich kreditwürdig, weil der Arbeitsplatz deutlich sicherer ist als in der Privatwirtschaft. Die Konditionen sind zwar nicht ganz so gut wie für Beamtinnen und Beamte, aber immer noch besser als für die meisten anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Beamte vs. Angestellte im öffentlichen Dienst – wo ist der Unterschied?

Als angestellte Lehrkraft bist du nicht automatisch außen vor. Banken wissen, dass eine Stelle im öffentlichen Dienst deutlich sicherer ist als in der Privatwirtschaft – und honorieren das. Du bekommst in der Regel bessere Konditionen als Angestellte in der freien Wirtschaft, aber der Zinsvorteil fällt kleiner aus als für verbeamtete Kolleginnen und Kollegen. Der Grund: Auch wenn dein Job vergleichsweise sicher ist, kannst du theoretisch gekündigt werden. Dieses – wenn auch geringe – Restrisiko schlägt sich in den Konditionen nieder.

Die 5 konkreten Vorteile von Krediten für Beamte & Beamtinnen

Um an deine vermögenswirksamen Leistungen zu kommen, musst du aktiv werden: Es braucht einen Antrag und einen Vertrag, sonst fließt das Geld nicht. Der Prozess ist aber unkompliziert, und die Schritte lassen sich leicht erledigen. Wichtig ist nur, dass du bei der Auswahl des Sparprodukts auf Kosten achtest, denn Anbieter wissen, dass viele bei „geschenktem Geld“ weniger kritisch sind als bei eigenem Einkommen und nutzen das gern aus.

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1. Niedrigere Zinsen

Das ist der Kernvorteil und der ist wirklich spürbar. Laut einer aktuellen Analyse zahlen Beamtinnen und Beamte im Schnitt rund 14 Prozent weniger Zinskosten als Angestellte. Was das in Euro bedeutet, zeigen wir dir weiter unten konkret.

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2. Lange Laufzeiten

Manche Anbieter ermöglichen Laufzeiten von bis zu 120 Monaten – also zehn Jahre. Das sorgt für niedrige monatliche Tilgung, was natürlich gerade am Anfang der Berufskarriere hilfreich ist, wenn das Einkommen noch nicht auf dem Niveau späterer Berufsjahre liegt.

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3. Vertrag erneuern

Du musst der Bank nicht erklären, welchen Zweck du mit dem Geld verfolgst. Ob Umzug, Auto, Renovierung oder einfach ein finanzieller Puffer – der Verwendungszweck ist frei wählbar.

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4. Keine Restschuldversicherung nötig

Eine Restschuldversicherung ist eine Zusatzversicherung, die einspringt, wenn du deinen Kredit nicht mehr bedienen kannst – zum Beispiel weil du arbeitslos wirst, schwer erkrankst oder stirbst. Klingt sinnvoll, ist aber teuer und für Lehrkräfte im Beamtenverhältnis in den meisten Fällen unnötig. Du kannst faktisch nicht einfach entlassen werden, und im Krankheitsfall greift die Beihilfe. Banken versuchen trotzdem, die Restschuldversicherung aktiv zu verkaufen. Du solltest sie in aller Regel ablehnen, weil die Kosten hoch sind und du als Beamtin oder Beamter bereits für solche Situationen gut abgesichert bist.

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5. Sondertilgungen möglich

Eine Sondertilgung bedeutet, dass du außerhalb deiner regulären Monatsrate einen zusätzlichen Betrag zurückzahlst – zum Beispiel, wenn du eine größere Summe geschenkt bekommst oder eine Steuerrückerstattung eingeht. Damit reduzierst du deine Restschuld schneller und sparst Zinsen. Bei Beamtenkrediten sind Sonder- und Gesamttilgungen oft kostenlos möglich, während andere Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer dafür manchmal eine Gebühr zahlen müssen.

Du hast Fragen zu Krediten oder anderen Finanzthemen als Lehrkraft? Wir beraten dich kostenlos.

André Möller

Dein Spezialist für angehende Lehrer*innen

Was bedeutet das konkret? Zwei Rechenbeispiele

Beispiel 1: Ein Kredit für den Start ins Lehrerleben

Stell dir vor, du nimmst nach dem Ref einen Kredit in Höhe von 20.000 Euro auf – für ein gebrauchtes Auto und das Einrichten deiner neuen Wohnung. Du entscheidest dich für eine Kreditlaufzeit von 60 Monaten (5 Jahre).

Umschuldung bedeutet: Du nimmst einen neuen, günstigeren Kredit auf, um damit einen alten, teureren Kredit vorzeitig zurückzuzahlen. Das klingt nach einem Buchhaltertrick, ist aber vollkommen legal und kann im Laufe der Jahre echtes Geld sparen.

Laut aktuellen Marktdaten zahlen Beamtinnen und Beamte im Durchschnitt rund 5,68 % Jahreszins, während Angestellte im Schnitt auf 6,59 % kommen. Was bedeutet das in deinem konkreten Fall?

Der monatliche Unterschied klingt klein – aber unter dem Strich sparst du fast 500 Euro, ohne irgendetwas dafür tun zu müssen, außer Lehrerin oder Lehrer im Beamtenverhältnis zu sein. Bei höheren Kreditsummen oder längeren Kreditlaufzeiten wächst dieser Vorteil entsprechend.

Hinweis: Die angegebenen Zinssätze sind Durchschnittswerte. Der tatsächliche Zinssatz hängt von deiner individuellen Bonität, der Wahl des Kreditinstituts und den aktuellen Marktkonditionen ab.

Beamtenkredit Vergleichstabelle

Beispiel 1: Ein Kredit für den Start ins Lehrerleben

Kreditbetrag: 20.000 € · Laufzeit: 60 Monate (5 Jahre)

Beamtenstatus Angestellte/r
Kreditsumme 20.000 € 20.000 €
Zinssatz (eff.) 5,68 % 6,59 %
Monatliche Rate ca. 384 € ca. 392 €
Gesamtzinskosten ca. 3.040 € ca. 3.520 €
Ersparnis ca. 480 €

Hinweis: Die angegebenen Zinssätze sind Durchschnittswerte. Der tatsächliche Zinssatz hängt von deiner individuellen Bonität, der Wahl des Kreditinstituts und den aktuellen Marktkonditionen ab.

Restschuld: 15.000 € · Laufzeit: 48 Monate (4 Jahre)

Alte Kredite Umschuldung (Beamtenkredit)
Restschuld 15.000 € 15.000 €
Zinssatz 8,00 % 5,68 %
Laufzeit 48 Monate 48 Monate
Monatliche Rate ca. 366 € ca. 350 €
Gesamtzinskosten ca. 2.570 € ca. 1.800 €
Ersparnis ca. 770 €

Hinweis: Die angegebenen Zinssätze sind Durchschnittswerte. Der tatsächliche Zinssatz hängt von deiner individuellen Bonität, der Wahl des Kreditinstituts und den aktuellen Marktkonditionen ab.

Beispiel 2: Umschuldung – alte Kredite günstiger ablösen

Für LehrerInnen, die gerade das Ref hinter sich haben, ist das besonders relevant. Viele haben aus früheren Jahren noch sogenannte Konsumkredite laufen – das sind ganz normale Ratenkredite, die man für Dinge des alltäglichen Lebens aufgenommen hat: ein neuer Laptop, eine Waschmaschine, manchmal auch einfach zum Überbrücken eines finanziellen Engpasses. Gut zu wissen: BAföG ist kein Konsumkredit, sondern ein zinsloses staatliches Darlehen mit eigenen Rückzahlungsregeln. Wer aber zusätzlich zum BAföG noch einen klassischen Kredit aufgenommen hat, kann genau den jetzt möglicherweise durch ein günstigeres Kreditangebot ablösen.

Wenn du diese beiden Kredite jetzt mit einem Beamtenkredit zu 5,68 % Zinsen ablöst und die Laufzeit dabei auf 4 Jahre beibehältst, sieht der Vergleich so aus:

Worauf solltest du achten bevor du den Beamtenkredit beantragst?

Ein günstiger Beamtenkredit ist kein Selbstläufer. Ein paar Dinge solltest du im Blick haben, bevor du den Kreditvertrag unterschreibst.

Deine SCHUFA zählt auch bei Beamtinnen und Beamten

Wer hier Einträge hat – zum Beispiel durch vergessene Rechnungen oder einen Dispo, der zu lange im Minus war – bekommt möglicherweise schlechtere Konditionen oder gar keinen Kredit. Es lohnt sich, die eigene SCHUFA einmal im Jahr kostenlos abzurufen und auf Fehler zu prüfen.

Konditionsanfrage statt Kreditanfrage

Es gibt zwei Arten von Anfragen bei der Bank: die Konditionsanfrage und die Kreditanfrage. Nur die Kreditanfrage wird in der SCHUFA vermerkt und kann deine Bonität kurzfristig leicht verschlechtern. Eine Konditionsanfrage ist dagegen SCHUFA-neutral. Wenn du mehrere Banken anfragst, solltest du immer darauf bestehen, dass es sich um eine Konditionsanfrage handelt – seriöse Vergleichsportale machen das automatisch so.

Nicht die Rate zählt – sondern die Gesamtkosten

Lass dich nicht von einer niedrigen Monatsrate blenden. Eine sehr lange Laufzeit macht die monatliche Belastung klein, erhöht aber die Gesamtzinskosten spürbar. Rechne immer beides durch.

Ein Kreditvergleich lohnt sich

Kein Beamtenkredit, kein Anbieter, keine Rate gilt pauschal für alle. Die Konditionen hängen von deiner persönlichen Situation ab – Beamtenstatus, Bundesland, Laufzeit, Bonität. Wer mehrere Angebote einholt, fährt fast immer besser.

Fazit

Als Lehrkraft im Beamtenverhältnis gehörst du zu der Gruppe, die bei Krediten strukturell im Vorteil ist. Du profitierst durch Zinsvorteile und verschiedenen Sonderkonditionen – einfach weil dein Job als besonders sicher gilt. Das ist ein Vorteil, den du kennen und nutzen solltest, gerade in der Phase nach dem Ref, wenn viele größere Anschaffungen auf einmal anstehen und vielleicht sogar eine Baufinanzierung das nächste große Thema wird.

Gleichzeitig gilt: Auch ein günstiger Kredit ist ein Kredit. Wer Kreditangebote vergleicht, die Fallstricke kennt und weiß, was für die eigene Situation wirklich passt, trifft am Ende die bessere Entscheidung.

Du hast Fragen zu Krediten, deiner Altersvorsorge oder anderen Finanzthemen als Lehrkraft? Wir beraten dich kostenlos.

André Möller

Dein Spezialist für angehende Lehrer*innen