Lehrer Gehalt 2026: Die große Übersicht – von der Anwärtervergütung bis zur Schulleitung

Dein Gehalt bestimmen vor allem fünf Faktoren: Beschäftigungsstatus, Schulform, Bundesland, Berufserfahrung und Familienstand

Verbeamtete Lehrkräfte haben bei gleichem Brutto deutlich mehr Netto – weil Renten- und Arbeitslosenversicherung entfallen

Dein Gehalt steigt automatisch mit den Erfahrungsstufen – ganz ohne Gehaltsverhandlung

Zulagen wie Familienzuschlag, Sonderzahlungen und angerechnete Vordienstzeiten können mehrere hundert Euro ausmachen

Wie viel verdient man eigentlich als Lehrer? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt drauf an. Auf das Bundesland, die Schulform, ob du verbeamtet bist oder nicht und auf die berufliche Phase, in der du dich gerade befindest. Wer im Referendariat in Bayern steckt, lebt finanziell in einer anderen Welt als ein angestellter Grundschullehrer in Sachsen-Anhalt.

Damit du weißt, womit du rechnen kannst, haben wir alle relevanten Verdienstmöglichkeiten für Lehrkräfte in Deutschland in einer umfassenden Übersicht zusammengestellt – mit aktuellen Zahlen für 2026, erklärten Systemen und konkreten Tabellen.

André Möller

Dein Spezialist für angehende Lehrer*innen

Das Wichtigste vorweg: Vier Faktoren bestimmen dein Gehalt

Bevor wir in die Zahlen gehen, lohnt sich ein kurzer Überblick über die vier Variablen, die dein Einkommen als Lehrkraft maßgeblich beeinflussen:

1. Beschäftigungsstatus

Bist du verbeamtet oder angestellt? Das ist der größte Hebel beim Nettoeinkommen.

2. Schulform:

Gymnasiallehrer verdienen mehr als Grundschullehrkräfte. Das hat historische Gründe und ändert sich gerade langsam.

3. Bundesland:

Seit der Föderalismusreform 2006 regelt jedes Bundesland das Lehrergehalt selbst. Der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Bundesland beträgt beim Einstieg mehrere hundert Euro monatlich.

4. Berufserfahrung:

Das Gehalt steigt automatisch mit der Dienstzeit über sogenannte Erfahrungsstufen. Das System belohnt Loyalität.

5. Familienstand und Kinder:

Verheiratete Beamte erhalten einen Ehepartnerzuschlag, für jedes Kind kommt ein weiterer Kinderzuschlag hinzu – beides wird direkt auf die Besoldung aufgeschlagen und erhöht damit auch die spätere Pension. Für das erste und zweite Kind wird der Zuschlag gegen das Kindergeld verrechnet, sodass der Effekt dort neutral bis minimal bleibt. Ab dem dritten Kind übersteigt der Familienzuschlag das Kindergeld jedoch deutlich.


Besoldungsgruppen: Wer wird wie eingruppiert?

Die für Lehrkräfte relevanten Gruppen der Besoldungsordnung A

Besoldungsgruppe Typische Funktion
A 12 Grundschule / Sekundarstufe I (noch in einigen Ländern)
A 13 Gymnasium, Berufsschule, Förderschule, Sekundarstufe I (zunehmend alle)
A 13 + Zulage Gymnasien und BBS in vielen Ländern (sog. Studienratszulage)
A 14 Konrektor, Fachseminarleiter (nur über Funktionsstelle)
A 15 Schulleitung, Seminarleitung
A 16 Schulleitung großer Schulen

Die Grundgehälter steigen innerhalb einer Gruppe automatisch durch Erfahrungsstufen – anfangs alle zwei, später alle drei bis vier Jahre.

Die zwei Grundmodelle: Verbeamtet vs. Angestellt

Verbeamtete Lehrkräfte – Besoldung statt Gehalt

Die Mehrheit der Lehrkräfte in Deutschland ist verbeamtet. Und hier beginnt schon die erste Besonderheit: Verbeamtete Lehrer erhalten kein „Gehalt" im eigentlichen Sinne, sondern eine Besoldung. Der Unterschied ist nicht nur semantisch.

Beamte stehen in einem besonderen Dienstverhältnis mit ihrem Dienstherrn – in der Regel dem jeweiligen Bundesland. Sie werden nicht für geleistete Arbeit bezahlt, sondern alimentiert: Der Staat sichert ihnen und ihrer Familie eine amtsangemessene Lebensführung. Deshalb gibt es im Beamtenrecht bis heute Kinderzuschläge, die im Tarifrecht längst abgeschafft wurden.

Was das konkret bedeutet:

- Die Besoldung wird am ersten des Monats im Voraus ausgezahlt; angestellte Kollegen warten bis Mitte oder Ende des Monats.

- Lehrer im Beamtenverhältnis zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- oder Arbeitslosenversicherung.

- Stattdessen erhalten sie eine Beihilfe – einen staatlichen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung (je nach Bundesland 50–80 % der Krankenkosten).

- Im Alter erhalten Beamte und Beamtinnen eine Pension, die in der Regel deutlich höher ausfällt als die gesetzliche Rente vergleichbarer Angestellter.

Die Besoldung richtet sich nach der Besoldungsordnung A, die in Gruppen von A 2 bis A 16 eingeteilt ist. Für Lehrkräfte relevant sind vor allem:

Die Grundgehälter steigt innerhalb einer Gruppe automatisch durch Erfahrungsstufen – anfangs alle zwei, später alle drei bis vier Jahre.


Angestellte Lehrkräfte – TV-L und der Netto-Nachteil

Wer nicht verbeamtet ist, wird in der Regel nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt. Die Entgeltgruppen, die für Lehrkräfte relevant sind:

Klingt ähnlich wie beim Beamten? Auf dem Papier schon – im Geldbeutel aber nicht. Denn angestellte Lehrkräfte sind sozialversicherungspflichtig und zahlen volle Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Das summiert sich auf rund 20 % des Bruttolohns, die einfach fehlen.

💡 Tipp von cleverLehramt: Du fragst dich, wie sich verbeamtet vs. angestellt bei dir konkret auswirkt? Mit einem persönlichen Beratungsgespräch rechnen wir das für deine individuelle Situation durch – inklusive PKV-Vergleich und Beihilfe-Check.

Hinzu kommt: In einigen ostdeutschen Bundesländern ist die Anstellungsquote besonders hoch. In Sachsen-Anhalt beispielsweise waren 2022 fast 47 % der Lehrkräfte nicht verbeamtet. Quereinsteiger werden fast überall nur als Angestellte eingestellt – häufig mit befristeten Verträgen, ohne Unkündbarkeit und mit dem Problem, sich in den Sommerferien arbeitslos melden zu müssen.

Entgeltgruppen im TV-L

Die für angestellte Lehrkräfte relevanten Gruppen

Entgeltgruppe Typische Schulform
E 11 Grundschule (einige Länder, mit Angleichungszulage)
E 12 Grundschule / Sekundarstufe I
E 13 Gymnasium, Berufsschule, Sonderpädagogik

Hinweis: Ausnahme Hessen – dort gilt der TV-H statt des TV-L.

Tabelle: Anwärtergrundbetrag nach Schulform (bundesweit, Stand 2025)

Anwärtergrundbetrag nach Schulform

Bundesweit · brutto pro Monat · Stand 2025

Bundesland A12 (Grundschule / Sekundarstufe I) A13 (Gymnasium / BBS / Förderschule)
Baden-Württemberg~1.560 €~1.600–1.640 €
Bayern~1.720 €~1.770 €
Berlin~1.650 €~1.756 €
Brandenburg~1.660 €~1.720 €
Bremen~1.600 €~1.660 €
Hamburg~1.700 €~1.760 €
Hessen~1.640 €~1.700 €
Mecklenburg-Vorpommern~1.620 €~1.680 €
Niedersachsenentfällt (alle A13)~1.680 €
Nordrhein-Westfalen~1.700 €~1.733 €
Rheinland-Pfalz~1.580 €~1.640 €
Saarland~1.570 €~1.630 €
Sachsen~1.650 €~1.710 €
Sachsen-Anhalt~1.620 €~1.680 €
Schleswig-Holstein~1.660 €~1.720 €
Thüringen~1.640 €~1.700 €

Richtwerte, Grundbeträge ohne Familienzuschlag oder Sonderzahlungen. Quelle: GEW-Daten / dbb, Stand Februar 2025.

Richtwerte, Grundbeträge ohne Familienzuschlag oder Sonderzahlungen. Quelle: GEW-Daten / dbb, Stand Februar 2025.

Phase 1: Referendariat – Was verdienen Referendare?

Bevor du als vollwertige Lehrkraft eingestellt wirst, absolvierst du das Referendariat (auch: Vorbereitungsdienst). Auch hier gibt es bereits ein Gehalt – genauer gesagt: Anwärterbezüge.

Beamter auf Widerruf

In (fast) allen Bundesländern werden Referendare als Beamte auf Widerruf beschäftigt. Das bedeutet: Du hast keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem Referendariat – Beamte zahlen nicht in die Arbeitslosenversicherung ein. Außerdem bist du beihilfeberechtigt, kannst also günstig privat krankenversichert sein.

Wie hoch ist die Vergütung im Referendariat?

Die Anwärterbezüge setzen sich zusammen aus:

- Anwärtergrundbetrag (variiert je nach Bundesland und Besoldungsgruppe)

- Familienzuschlag (falls verheiratet oder mit Kindern)

- Ggf. Sonderzahlung / Weihnachtsgeld (je nach Bundesland)

- Ggf. Ortszuschlag (z. B. Berlin)

Bundesweit liegen die Anwärterbezüge im Schnitt bei rund 1.700 € brutto pro Monat (Stand: Frühjahr 2025). Die Spanne liegt je nach Bundesland und Schulform zwischen etwa 1.650 € und 1.800 € brutto.

Krankenversicherung im Referendariat – eine wichtige Entscheidung

Als Beamter auf Widerruf bist du beihilfeberechtigt. Das bedeutet: Dein Dienstherr erstattet dir 50–70 % deiner Krankenkosten (je nach Familienstand). Den Rest sicherst du über eine private Krankenversicherung (PKV) ab – zu deutlich günstigeren Konditionen als ein Angestellter zahlen würde.

In immer mehr Bundesländern (darunter BW, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen) kannst du dich alternativ für das sogenannte Hamburger Modell entscheiden: Der Dienstherr zahlt dabei einen pauschalen Beihilfebetrag direkt an deine gesetzliche Krankenkasse.

💡 Hinweis von cleverLehramt : Gerade im Referendariat lohnt sich eine individuelle Beihilfe-Beratung. PKV-Tarife für junge, gesunde Beamtenanwärter sind günstig – aber die Wahl des richtigen Tarifs hat langfristige Auswirkungen. Wir helfen dir, den passenden Schutz zu finden.

Phase 2: Einstiegsgehalt nach dem 2. Staatsexamen

Sobald das Referendariat bestanden ist, beginnt die eigentliche Karriere als Lehrkraft. Das Einstiegsgehalt hängt von Schulform und Bundesland ab – und davon, welche Besoldungsgruppe für dich gilt.

A12 oder A13? Der große Angleichungstrend

Jahrzehntelang wurden Grundschullehrkräfte schlechter bezahlt als Gymnasiallehrer – obwohl beide denselben Masterabschluss haben. Die GEW kämpfte unter dem Motto „JA13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen!" erfolgreich für eine Angleichung. Inzwischen haben die meisten Bundesländer diese Angleichung umgesetzt oder sind auf dem Weg dorthin.

Noch in A12 für Grundschule (Stand Anfang 2026):

- Baden-Württemberg – keine Angleichung geplant, BW bleibt bei A12 für GS

- Rheinland-Pfalz – schrittweise Anhebung läuft, Abschluss bis 2028

- Saarland – keine Angleichung beschlossen

- Bayern – stufenweise Zulage seit 2024, Abschluss bis 2028

- Nordrhein-Westfalen – schrittweise Anhebung läuft, Abschluss bis August 2026

Tabelle: Einstiegsgehalt A13, Stufe 1 – alle Bundesländer im Vergleich (Stand 2026, verbeamtet, brutto)

Einstiegsgehalt A13, Stufe 1 – alle Bundesländer im Vergleich

Verbeamtet · brutto pro Monat · ledig, kinderlos, ohne Zulagen

Bundesland A13 Einstieg (Stufe 1) A13 Endgehalt (ca.)
Bayern~5.395 €~6.800 €
Hamburg~5.340 €~6.600 €
Baden-Württemberg~5.100 €~6.400 €
Hessen~5.050 €~6.300 €
Nordrhein-Westfalen~4.950 €~6.200 €
Berlin~4.900 €~6.100 €
Niedersachsen~4.820 €~6.050 €
Brandenburg~4.820 €~6.050 €
Bremen~4.800 €~5.900 €
Schleswig-Holstein~4.780 €~5.900 €
Sachsen~4.815 €~5.640 €
Mecklenburg-Vorpommern~4.820 €~5.900 €
Thüringen~4.700 €~5.800 €
Sachsen-Anhalt~4.730 €~5.800 €
Rheinland-Pfalz~4.877 €~6.000 €
Saarland~4.877 €~5.900 €

Richtwerte für A13, Stufe 1 bzw. höchste Erfahrungsstufe; ledig, kinderlos, ohne Jahressonderzahlung (Stand 2026). Für verbindliche Auskunft: Landesamt für Besoldung des jeweiligen Bundeslandes.

Bruttowerte für A13, Stufe 1 bzw. höchste Erfahrungsstufe, ledig, kinderlos, ohne Jahressonderzahlung. Richtwerte; für verbindliche Auskunft: Landesamt für Besoldung des jeweiligen Bundeslandes. Stand: April 2026.

Besoldungsgruppen A13 bis A16: vom Einstieg als Lehrkraft bis zur Leitung großer Schulen

Wie das Gehalt im Laufe der Karriere steigt

Als verbeamtete Lehrkraft steigt dein Grundgehalt automatisch im Rhythmus der Erfahrungsstufen. Du musst nichts dafür tun – einfach Dienst tun und die Zeit läuft.Als verbeamtete Lehrkraft steigt dein Grundgehalt automatisch im Rhythmus der Erfahrungsstufen. Du musst nichts dafür tun – einfach Dienst tun und die Zeit läuft.

Der typische Rhythmus:

- Stufen 1–4: alle 2 Jahre

- Stufen 5–7: alle 3 Jahre

- Stufen 8–9: alle 4 Jahre

Je nach Bundesland und Besoldungsgruppe erreicht man die Endstufe nach rund 22–27 Dienstjahren. Die letzte Gehaltsstufe ist deshalb besonders wichtig: Sie ist die Berechnungsgrundlage für die spätere Pension.

💡 cleverLehramt -Tipp: Mit der Pension stehen dir bei 40 Dienstjahren in Vollzeit genau 71,75 % der letzten Besoldung zur Verfügung – das ist der gesetzlich festgelegte Höchstsatz. In der Praxis erreichen ihn aber viele Lehrkräfte nicht, weil Kindererziehungszeiten, Sabbatjahre, Teilzeitphasen oder ein späterer Berufseinstieg die anrechenbaren Dienstjahre reduzieren. Trotzdem liegt die Pension in der Regel deutlich über der durchschnittlichen gesetzlichen Rente vergleichbarer Angestellter. Wir beraten dich, wie du als Beamter dein Kapital sinnvoll anlegst und welche Anlageformen für Beamte besondere Vorteile bieten.

Anrechnung von Vordienstzeiten

Wer vor dem Referendariat bereits beruflich tätig war – z. B. im öffentlichen Dienst, als Elternteil in Erziehungszeit oder im Bundesfreiwilligendienst –, kann beim Einstieg in eine höhere Erfahrungsstufe eingruppiert werden. Es lohnt sich, diese Möglichkeit unbedingt beim zuständigen Landesamt zu erfragen.

Zwei Balkendiagramme zu den Gehaltsstufen: Einstieg in Stufe 1 gegenüber Stufe 3 mit Vordienstzeiten

Beförderungsämter: A14, A15 und A16

Funktionsstellen mit dauerhaft höherer Besoldung

Besoldungsgruppe Typische Funktionsstelle Brutto (Einstieg, ca.)
A 14 Fachseminarleitung, Konrektor, stellv. Schulleitung ~5.300–5.800 €
A 15 Schulleitung, Seminarleitung, Studiendirektor ~5.700–6.500 €
A 16 Schulleitung großer Schulen, Oberstudiendirektor bis ~8.700 € (Bayern)

Wichtig: A14, A15 und A16 sind keine automatischen Zeitämter. Sie werden nicht durch Dienstjahre erreicht, sondern erfordern eine Bewerbung auf eine konkret ausgeschriebene Stelle.

An Gymnasien sind Karriereschritte über A13 hinaus häufiger als an Grundschulen, wo solche Stellen deutlich seltener ausgeschrieben werden. Wer als Schulleiter eines großen bayerischen Gymnasiums endet, kann also mit über 8.700 € brutto monatlich rechnen.

Karriere und Beförderungsämter: A14, A15, A16

Die Endstufe von A13 ist für die meisten Lehrkräfte das finanzielle Karriereziel – aber nicht das Ende der Fahnenstange. Wer mehr verdienen möchte, kann über sogenannte Funktionsstellen in höhere Besoldungsgruppen aufsteigen.

Wichtig: A14, A15 und A16 sind keine automatischen Zeitämter. Sie werden nicht durch Dienstjahre erreicht, sondern erfordern eine Bewerbung auf eine konkret ausgeschriebene Stelle.

Zulagen und Extras: Was das Gehalt noch beeinflusst

Das Grundgehalt ist nicht alles. Folgende Bestandteile können deine Bezüge erhöhen:

Familienzuschlag: Verheiratete Beamte erhalten einen monatlichen Zuschlag. Ab dem ersten Kind kommt ein weiterer Kinderzuschlag dazu. Wichtig zu wissen: Der Familienzuschlag für Kinder wird mit dem Kindergeld verrechnet – für das erste und zweite Kind ist der finanzielle Effekt daher neutral bis minimal. Ab dem dritten Kind übersteigt der Familienzuschlag das Kindergeld jedoch deutlich.

- Ehepartnerzuschlag: ca. 140–160 €/Monat

- 3. Kind: ca. 100 €/Monat

- 4. Kind: ca. 230 €/Monat

- und jedes weitere Kind: deutlich mehr (bundeslandabhängig)

Zusammensetzung der Besoldung: Grundgehalt nach Gruppe und Stufe plus Familienzuschlag, Ortszulage, Jahressonderzahlung, VL

Ortszuschlag / Hauptstadtzulage:

In Berlin gibt es z. B. eine Hauptstadtzulage von 150 € monatlich, die direkt auf die Bezüge aufgeschlagen wird.

Vermögenswirksame Leistungen (VL):

Je nach Bundesland gibt es monatliche VL-Leistungen (6–13 € monatlich). Klingt wenig – lässt sich aber mit einem passenden Sparplan kombinieren.

Jahressonderzahlung / Weihnachtsgeld:

Einige Bundesländer zahlen eine Jahressonderzahlung, die in die Monatsbeträge eingerechnet wird. Das kann pro Monat 100–300 € zusätzlich ausmachen, je nach Bundesland.

Anrechnungszeiten:

Vordienstzeiten im öffentlichen Dienst, Kindererziehungszeiten oder soziale Dienste können beim Einstieg in eine höhere Erfahrungsstufe angerechnet werden.

Studienratszulage (A13Z):

Gymnasial- und Berufsschullehrkräfte, die sich im Studienrat engagieren, erhalten in den meisten Bundesländern zusätzlich zum Grundgehalt eine sogenannte Studienratszulage. Sie beträgt je nach Bundesland rund 100–120 € monatlich und ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Zulage ist ruhegehaltsfähig, erhöht also auch die spätere Pension. In einigen Bundesländern wird sie automatisch mit dem Amt des Studienrats verliehen, in anderen erst nach einer formellen Ernennung.

Beispielrechnung: A13, Stufe 3, ledig, keine Kinder

Beispielrechnung: A13, Stufe 3, ledig, keine Kinder

Was am Monatsende wirklich übrig bleibt

Verbeamtet Angestellt (E13)
Brutto monatlich ~5.386 € ~5.400 €
Sozialabgaben nur KV (PKV, ~100–250 €) ~1.000–1.100 €
Netto monatlich ~4.100–4.200 € ~3.300–3.400 €
Netto-Vorteil verbeamtet + 800 bis 900 €

Über ein Jahr gerechnet verdient die verbeamtete Lehrkraft netto rund 9.000–11.000 € mehr – bei nahezu identischem Bruttolohn. Vereinfachte Beispielrechnung; das tatsächliche Netto hängt von Steuerklasse, Bundesland und PKV-Tarif ab.

Über ein Jahr gerechnet verdient die verbeamtete Lehrkraft netto rund 9.000–11.000 € mehr – bei nahezu identischem Bruttolohn. Das ist der sogenannte „versteckte" Vorteil des Beamtenstatus, der auf den ersten Blick in der Stellenausschreibung unsichtbar bleibt.

Brutto vs. Netto: Was bleibt wirklich übrig?

Alle genannten Zahlen sind Brutto-Beträge. Was im Monat tatsächlich auf dem Konto landet, hängt von:

- Steuerklasse und Familienstand

- Kirchensteuer (ja/nein)

- PKV-Beitrag (verbeamtet) vs. GKV-Beitrag (angestellt)

Der entscheidende Vorteil der Verbeamtung liegt im Netto: Weil keine Rentenversicherungs- und Arbeitslosenbeiträge anfallen (zusammen ca. 12–13 % des Brutto), bleibt monatlich deutlich mehr übrig.

Sonderfälle: Privatschulen, Teilzeit und Quereinsteiger

Bevor wir in die Zahlen gehen, lohnt sich ein kurzer Überblick über die vier Variablen, die dein Einkommen als Lehrkraft maßgeblich beeinflussen:

1

Privatschulen

An privaten Schulen gelten keine Beamtenverhältnisse – hier sind alle Lehrkräfte angestellt. Die Vergütung orientiert sich häufig am TV-L, kann aber je nach Träger auch niedriger ausfallen. Der Beamtenstatus und damit die deutlichen Nettovorteile entfallen vollständig.

2

Teilzeit

Wer in Teilzeit arbeitet, erhält eine anteilige Besoldung. Der Beihilfeanspruch (und damit die günstigen PKV-Konditionen) bleiben aber in der Regel erhalten. Für Lehrkräfte mit Kindern ist Teilzeit daher oft die finanziell sinnvollste Lösung.

3

Quereinsteiger

Wer ohne vollständige Lehramtsausbildung in den Schuldienst einsteigt, wird in der Regel nicht verbeamtet und schlechter eingruppiert als Vollausgebildete. Häufig gibt es befristete Jahresverträge, keine Unkündbarkeit und das Problem, sich in den Schulferien arbeitslos melden zu müssen. Einige Bundesländer bieten mittlerweile aber Wege zur nachträglichen Verbeamtung an – in Thüringen z. B. nach mindestens einem Jahr Berufserfahrung und entsprechender Lehrbefähigung.

Bundesländer-Ranking: Wo verdienen Lehrer am besten?

Kurze Zusammenfassung für alle, die gerade überlegen, in welchem Bundesland sie ihr Referendariat absolvieren oder eine Stelle annehmen wollen:

1

Spitzengruppe (höchste Einstiegsgehälter A13):

Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen

2

Mittlere Gruppe:

Berlin, Niedersachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen

3

Untere Gruppe (tendenziell niedrigere Besoldung):

Thüringen, Sachsen-Anhalt, Saarland, Rheinland-Pfalz

Der Abstand zwischen dem besten und dem schlechtesten Bundesland beträgt beim Nettoeinkommen bis zu 500 € monatlich – bei gleicher Schulform, gleichem Status und gleichem Familienstand. Über eine 40-jährige Beamtenkarriere summiert sich das auf einen deutlich sechsstelligen Betrag.

Fazit: Lohnt sich der Lehrberuf finanziell?

Ja, zumindest wenn du die richtigen Rahmenbedingungen kennst und nutzt. Allerdings sollte das Gehalt allein natürlich nie der einzige Grund sein, weshalb man Lehramt studiert.

Der Lehrberuf bietet eine der seltenen Kombinationen aus Jobsicherheit, automatischen Gehaltserhöhungen, attraktiver Pension und Nettovorteilen, die in der freien Wirtschaft kaum zu finden sind. Besonders die Verbeamtung macht einen riesigen Unterschied: nicht nur beim monatlichen Netto, sondern auch beim Aufbau von Vermögen, bei der Altersvorsorge und bei der Kreditwürdigkeit.

Was dieser Artikel dir nicht abnehmen kann: die individuelle Rechnung für deine eigene Situation. Denn ob du mehr netto rausholst, indem du günstig privat krankenversichert bist, ob du Vordienstzeiten geltend machen kannst oder wie du als Beamter am besten für später vorsorgen solltest – das hängt von deinen ganz persönlichen Umständen ab.


Genau dafür sind wir mit cleverLehramt da: Wir beraten Lehrkräfte und Referendar*innen in allem rund ums Geld und Versicherungen – von der Beihilfe im Ref über Geldanlage als Beamter bis zur Immobilienfinanzierung und zum Beamtenkredit. Lass uns gemeinsam durchrechnen, was wirklich für dich drin ist.


Alle Gehaltsangaben in diesem Artikel sind Richtwerte und basieren auf verfügbaren GEW-Daten, dbb-Besoldungstabellen und Länderangaben (Stand: April 2026). Für verbindliche Auskunft wende dich an das Landesamt für Besoldung und Versorgung deines Bundeslandes.